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Der Rebschnitt
Ab Dezember beginnt die Zeit des Rebschnitts. Dabei wird das im Sommer gewachsene, nun nicht mehr benötigte Holz vollständig, bis auf das Fruchtholz, entfernt. Als Fruchtholz eignen sich gut ausgebildete Triebe in Stammnähe. Das Fruchtholz wird auf etwa 8 – 12 Augen zurückgeschnitten, da es im Frühjahr als Bogrebe benutzt wird, aus der die neuen Triebe wachsen.
Das abgeschnittene Holz wird aus dem Drahtrahmen herausgezogen und mittig in die Reihen geworfen, damit es später gehäckselt werden kann.
Das Ausbrechen
Das Ziel des Ausbrechens ist, überflüssige, wilde Triebe, vor allem im unteren Stammbereich, zu entfernen. Dies soll vor allem verschiedenen Krankheiten, dem Verholzen der Triebe und die Wegnahme der Nährstoffe vorbeugen.
Der beste Zeitpunkt zum Ausbrechen ist, wenn die Triebe sich noch leicht abstreifen lassen, ohne den Stock zu verletzen. Wurde dieser Zeitpunkt versäumt, so nimmt man spezielle Ausbrechmesser oder Scheren, die die Arbeit erleichtern sollen.
Zur Verhinderung der Verdichtung der Laubwand kann man auch sogenannte Doppeltriebe entfernen. Von einem Doppeltrieb spricht man, wenn aus einem Auge zwei oder mehr Triebe wachsen. Um die Qualität des Weines zu erhöhen werden diese Triebe entfernt.
Das Ausbrechen wird je nach Bedarf ein- bis zweimal wiederholt, da die Triebe oftmals nachwachsen.
Das Heften
Sobald die jungen Triebe von der gebogenen Rute beginnen sich zu neigen, wird es Zeit den Weinberg zu heften. Das heißt, die Triebe, die sich seitwärts oder gar abwärts neigen, müssen befestigt werden, damit sie später nicht abbrechen. Wird dies nicht erledigt, kann es passieren, dass bei Sturm oder starkem Regen die Triebe abbrechen.
Meist wurden im Frühjahr die beweglichen Drähte (Heftdrähte) zwischen Biegedraht und Boden gehängt, damit die Triebe später beim einheften nicht abbrechen. Der Winzer geht also durch den Weinberg und hängt nun die Drähte von unten in die entsprechende Station. Durch das Ziehen der Drähte entlang der Laubwand werden die Triebe zusammen gedrückt und damit eingeklemmt. Wenn das erledigt wurde, können die jungen Triebe in das Drahtgestell herein wachsen und somit nicht abbrechen. Damit die Drähte nicht zu locker sind, werden sie an den Endstickeln fest angezogen.
Dieser Vorgang wird zwei- bis dreimal wiederholt, da die Triebe im Verlauf der Blüte länger werden. Beim zweiten Durchgang wird das zweite Drahtpaar ebenso zum Einsatz gebracht damit die Triebe gefestigt sind.
Nach dem Heften werden die herausstehenden Ranken und Blätter mit dem Laubschneider maschinell entfernt, damit sich die Laubwände nicht zu sehr beschatten und damit die Bearbeitung in den Gassen nicht behindert wird.
Rebschutzmaßnahmen
Ende April bzw. Anfang Mai beginnt die Phase des Austriebs und somit auch die Phase des Pflanzenschutzes gegen Pilzkrankheiten. Hierfür verwendet man Fungizide, die Krankheiten im Weinberg entgegenwirken sollen. Beim sogenannten „Spritzen“ werden die Fungizide durch feine Düsen auf die Blätter aufgetragen, wo sie dann wirken. Je nach Witterung muss fünf- bis achtmal in der Zeit von April bis Ende August gespritzt werden, damit die Wirkung nicht nachlässt. Auch bei verschiedenen Witterungsbedingungen ist die Anwendung nicht sinnvoll, da zum Beispiel bei Regen das Spritzmittel abtropft oder bei zu heißen Temperaturen der Wirkstoff bereits in der Luft verdunsten kann.
Die Weinlese
Die Traubenernte ist der Höhepunkt der Arbeit des Winzers im Jahr, jedoch auch die am schwierigsten zu bewältigende Arbeit.
Der richtige Zeitpunkt zum Lesen spielt eine wichtige Rolle auf den späteren Ausbau des Weines. So muss das Verändern von Mostgewicht, Säuregehalt und Ertrag berücksichtigt werden, sowie das Wetter um möglichem Pilzbefall der Traube entgegen zu wirken. Man kontrolliert das Mostgewicht der Trauben um sicher zu gehen, wann sie „reif“ sind zum Lesen.
Handlese:
Maschinelle Lese:
Ist der Traubenwagen voll bzw. der Weinberg geerntet, so werden die Trauben zum Betrieb transportiert. Dort werden die Trauben durch eine Schnecke eingemaischt und über einen Schlauch direkt in die Kelter gepumpt (bei Weißweinen) oder in Bütten bzw. Maischetanks (bei Rotweinen).